Diabetologie / Innere Medizin

Diabetes, deutsch Zuckerkrankheit oder seltener Blutzuckerkrankheit, bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselstörungen des Kohlenhydratstoffwechsels, die auf einem (absoluten oder relativen) Mangel an Insulin beruhen und zu einer chronischen Überzuckerung führen. Folgen des Diabetes mellitus sind vor allem Veränderungen am Nervensystem und am Blutgefäßsystem, darunter das diabetische Fußsyndrom.

Das Medizinische Versorgungszentrum Wollmarshöhe ist ein modernes Kompetenz-Zentrum in Sachen Diabetes. Patienten finden bei uns ambulante Behandlungsverfahren in einem freundlichen und persönlichen Umfeld, um eine optimale Blutzuckereinstellung zu erzielen und Folgeschäden zu vermeiden.

Frau macht eine Blutzuckermessung
Focus Blutzucker

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Bitte denken Sie an Ihre Versichertenkarte, Überweisung vom Hausarzt, aktueller Medikamenten-Plan oder Vorbefunde / Berichte aus der Klinik.

Speziell für Diabetiker: Ihr Blutzucker-Tagebuch / -Messgerät und evtl. Insulin-Schema / Basalratenplan.

Rezepte bitte immer telefonisch oder per E-Mail vorbestellen.

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Was versteht man unter Diabetes oder Zuckerkrankheit?

Das Hormon Insulin reguliert den Zuckerstoffwechsel. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Bei einer chronischen Blutzuckererhöhung spricht man von einem Diabetes mellitus. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinausschüttung, eine verminderte Insulinwirkung oder eine Kombination von beidem.

In Deutschland geht man heute davon aus, dass ca. 8 % der Bevölkerung an einem Diabetes mellitus erkrankt sind. Er ist somit eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in den Industrieländern, bei der es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen kommen kann. Dafür gibt es zwei Gründe: Diabetes wird zu spät entdeckt und wird häufig immer noch unterschätzt! Man unterscheidet verschiedene Formen des Diabetes mellitus, die wir unten auf der Seite näher erklären.

Nach einem ausführlichen Aufnahmegespräch und einer gründlichen körperlichen Untersuchung bieten wir u.a. folgende technischen Untersuchungen an:

 

Focus Blutzucker: Diabetologie
Video: Diabetologe Dr. med. Cord Skamira im Gespräch zu Diabetes, Auswirkungen und Wechselwirkungen zwischen Blutzucker und Psyche im Video.

Video: Diabetes und Psyche (folgt in Kürze)

Untersuchungen Diabetologie

  • Labordiagnostik
  • EKG / Belastungs-EKG
  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • Ultraschall: Bauchraum / Schilddrüse / Halsgefäße
  • Kontinuierliche Glucosemessung (CGM / FGM)

Schwerpunkte

Diagnostik und modernste Therapie aller Diabetesformen

  • Diabetes Typ 1
  • Diabetes Typ 2 
  • Diabetes Sonderformen
  • Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)
  • Sonderformen wie LADA, MODY

Diagnostik und Therapie aller diabetesbedingter Folgeerkrankungen

z. B. Diabetisches Fußsyndrom:

Das Diabetische Fußsyndrom (DFS) ist ein Syndrom krankhafter Veränderungen auf der Grundlage einer schmerzlosen sensorischen Neuropathie und/oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) bei Diabetes mellitus. Es findet sich am häufigsten bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und ist mit einem hohen Risiko für schlecht heilende Wunden am Fuß verbunden. 

Insulinpumpentherapie

Eine Insulinpumpe ist ein medizinisches Gerät zur Insulinpumpentherapie (engl. continuous subcutaneous insulin infusion, abgekürzt CSII). Bei der Pumpentherapie wird das Insulinpräparat nicht mehr mittels Spritze oder Insulin-Pen mehrmals am Tag subkutan injiziert, sondern von einer kleinen, programmierbaren Pumpe über einen Katheter und eine Injektionsnadel (Infusionsset) in den Körper geleitet.

Die Pumpe wird dauerhaft am Körper getragen, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auch für mehrere Stunden abgelegt werden. Zu diesem Zweck lässt sich der Katheter von der Pumpe abkoppeln und verschließen.

Im Vordergrund dieser Therapieform stehen Typ-1-Diabetiker, in seltenen Fällen erhalten auch Typ-2-Diabetiker oder Frauen mit einem Gestationsdiabetes eine Insulinpumpe. 

Diabetes mellitus (DMP)

Ein Disease-Management-Programm (abgekürzt DMP) ist ein zentral organisiertes Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen. Es stützt sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als strukturierte Behandlungsprogramme oder Chronikerprogramme bezeichnet.

„Disease-Management“ besteht aus einem System koordinierter Gesundheitsversorgungsmaßnahmen und Informationen für Patientenpopulationen mit Krankheitsbildern, bei denen eine aktive Beteiligung der Patienten an der Behandlung zu substanziellen Effekten führen kann.

Disease-Management

  • unterstützt die Arzt-Patientenbeziehung und das Behandlungsschema.
  • zielt auf die Prävention von Krankheitsverschlechterungen und Komplikationen durch die Verwendung Evidenz-basierter Behandlungsleitlinien und Patienten-Empowerment-Strategien.
  • prüft fortlaufend die klinischen, humanitären und ökonomischen Behandlungsergebnisse mit dem Ziel, die Gesundheitslage zu verbessern.

Endokrinologie

Diagnostik und Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen und deren Nachsorge in Zusammenarbeit mit namhaften Zentren.

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist im vorderen Halsbereich lokalisiert. Eine normal große Schilddrüse ist nicht zu tasten, im Gegensatz zu einer vergrößerten Schilddrüse. Die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) haben die vielfältigsten Wirkungen im Körper. In fast jedem Gewebe haben sie spezifische Empfängerstrukturen (Rezeptoren) und können somit dort bestimmte Funktionen steuern.

Die Wirkung der Schilddrüsenhormone charakterisiert man am besten mit der Fehlfunktion, wie z. B. einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion. Nähere Informationen zum Krankheitsbild finden Sie unten auf der Seite.

Leben mit Diabetes: Diagnostik und Therapie

Typ-1-Diabetes

Über 300.000 Menschen sind in Deutschland an Typ-1-Diabetes erkrankt. Bei dieser Autoimmunerkrankung kommt es zur Entwicklung von Antikörpern, die die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreifen. Letztendlich vermindert sich die Anzahl Insulinproduzierender Zellen in erheblichem Maße, was zu einem Insulinmangel führt. Bei Insulinmangel können Muskulatur, Fettgewebe und Leber keine Glukose aufnehmen, der Blutzuckerspiegel steigt.

Die Therapie besteht aus Spritzen des fehlenden Insulins. Moderne Therapieformen wie die intensivierte Insulintherapie oder die Insulingabe über eine Pumpe erlauben es, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes kommt es infolge einer erblichen Veranlagung in Kombination mit Übergewicht und geringer körperlicher Betätigung zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Rund 7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Zudem gibt es eine hohe Anzahl nicht erkannter Fälle.

Die Ursache liegt in einer unzureichenden Insulinwirkung in den Körperzellen, d.h. Insulin wird zwar noch ausreichend vom Körper hergestellt, kann aber seine Wirksamkeit an den Organen nicht ausreichend entfalten. Die Körperzellen können den Zucker aus dem Blut nicht ausreichend aufnehmen und ein erhöhter Blutzucker ist die Folge. Die Entstehung dieser sogenannten Insulinresistenz ist erblich bedingt und wird durch Übergewicht und mangelnde körperliche Bewegung verstärkt.

Therapie: Ziel ist es, die Ernährungsgewohnheiten zu verändern und mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Zusätzlich können Tabletten und Insulin notwendig werden.
In strukturierten Schulungen und Einzelberatungen werden die Maßnahmen gemeinsam erarbeitet. Die Lebensqualität jedes einzelnen verdient hierbei eine besondere Beachtung.

Typ-3-Diabetes

Unter „Typ 3“-Diabetes werden die Diabetestypen zusammengefasst, die weder als Typ 1 noch als Typ 2 klassifiziert werden können. Häufig sind es Erbvarianten oder Auswirkungen anderer Grunderkrankungen.

Genetische Ursachen / „MODY-Diabetes“

Etwa ein bis zwei Prozent der Menschen mit Diabetes sind betroffen. Zugrunde liegt ein genetischer Defekt, der die Funktion der Zellen in der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Entzündungen, Operationen oder Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse können zu einem Diabetes führen. 

Medikamente

Einige Medikamente wie zum Beispiel Kortison erhöhen den Blutzuckerspiegel und verringern die Insulinempfindlichkeit.

Stoffwechselerkrankungen

Eine Überfunktion der Schilddrüse oder die vermehrte Produktion von Kortison bei einem Cushing-Syndrom können einen Diabetes auslösen.

Schwangerschaftsdiabetes

Hier handelt es sich um eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Glukose-Toleranzstörung, die auch als Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet wird. Die Störung des Zuckerhaushaltes ist direkt nach der Entbindung in den meisten Fällen nicht mehr nachweisbar. Beim Gestationsdiabetes kann der schwangerschaftsbedingte Mehrbedarf an Insulin nicht mehr gedeckt werden. Zur Entstehung des Schwangerschaftsdiabetes tragen familiäre Diabetesbelastungen, höheres Lebensalter, Bewegungsmangel und Übergewicht bei.

Hinzu kommt eine stärkere Stoffwechselbelastung durch die Schwangerschaftshormone. Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter können zu übermäßigem Wachstum der Kinder, einer vermehrten Fruchtwassermenge, geburtshilflichen Problemen und Anpassungsstörungen des Kindes nach der Geburt (z.B.: Unterzuckerung des Neugeborenen) führen. In etwa 80% aller Fälle genügt zur Therapie bereits eine vollwertige, gesunde Ernährung, vermehrte Bewegung und Gewichtskontrolle. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung bis zur Entbindung erforderlich. Wichtig ist auch eine Nachsorge der Mutter. Ein erster Termin mit Zuckerbelastungstest sollte üblicherweise zwei Monate nach der Entbindung erfolgen.

Betreuung von Schwangeren mit Typ-1-Diabetes

Bereits vor Eintritt der Schwangerschaft sollte der Diabetes so gut wie möglich eingestellt sein. Manchmal ist dazu die Umstellung auf eine Insulinpumpe sinnvoll. Die Schwangere sollte 6 bis 8 Mal pro Tag ihren Blutzucker kontrollieren.

In der Sprechstunde werden in 2- bis 4-wöchigen Abständen die Blutzuckertagesprofile besprochen und die Insulintherapie angepasst. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte sich die Schwangere in ihrer Geburtsklinik vorstellen. Wurde früher eine Einleitung der Geburt aus Angst vor Komplikationen weit vor dem errechneten Termin angestrebt, kann heute bei guter Stoffwechseleinstellung eine Entbindung zum vorgesehenen Termin angestrebt werden.

Endokrinologie / Schildrüse: Diagnostik und Therapie

Überfunktion der Schilddrüse

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist der gesamte Stoffwechsel extrem beschleunigt. Das Herz ist zu schnell, man verliert Körpergewicht, es kann zu Fieber kommen, Kraftlosigkeit der Muskeln, innere Unruhe, Nervosität, etc. Eine extreme Schilddrüsenüberfunktion ist lebensgefährlich.

Unterfunktion der Schilddrüse

Bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Man ist träge, nimmt an Gewicht zu, der Herzschlag ist langsam, die Stimme wird tief, die Haut wird unrein. Eine ausgeprägte Schilddrüsenunterfunktion kann lebensgefährlich sein.

Kropf

Neben den Störungen der Schilddrüsenfunktion kann es auch zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen. Dies ist in unseren Gegenden meist durch Jodmangel verursacht (Jodmangelkropf).

Zusatzleistungen / Privatleistungen

Schulungen

  • Einzel- und Gruppenschulungen für Diabetiker
  • Umfangreiches Schulungsangebot aller Diabetesformen
  • Ernährungsberatung bei Diabetes mellitus

Lifestyle-Beratung